Private Montessorischule Amberg

Montessori-Pädagogik

Maria Montessori

Geboren am 31.8.1870 in Chiaravalle, Provinz Ancona, in Italien war sie die erste Frau, die in Italien Medizin studierte und Ärztin wurde. Aufgrund ihrer Beobachtungen von Kindern entwickelte sie ein Erziehungskonzept, die Montessori-Pädagogik, das auf die freie Entfaltung der Persönlichkeit und eine Erziehung ohne Druck und Zwang abzielt, ohne jedoch Konsequenz und Regeln zu vernachlässigen.

Maria Montessori gründete selbst Kinderhäuser und bildete persönlich viele Erzieherinnen und Lehrerinnen aus. Sie war in vielen Ländern tätig, darunter natürlich Italien, Indien, Großbritannien, Holland usw. So ist die Montessori-Pädagogik heute eine weltweite Bewegung. Unter vielen, teilweise in Vergessenheit geratenen reformpädagogischen Ideen hat die Montessori-Pädagogik heute noch ihre Gültigkeit, da das Konzept eine theoretische, d.h. wissenschaftliche Grundlage hat und von der lernpsychologischen Forschung immer wieder bestätigt wurde und wird.

 

Pädagogische Grundprinzipien

Polarisation der Aufmerksamkeit

Maria Montessori entdeckte während ihren zahlreichen Beobachtungen von Kindern das Phänomen der „Polarisation der Aufmerksamkeit“, was ihre Pädagogik im besonderen Maße prägte. Gemeint ist damit die Form der Aufmerksamkeit des Kindes, die es unter bestimmten Umständen zu anhaltender, konzentrierter Beschäftigung befähigt. Diese kann nicht befohlen oder künstlich hervorgerufen werden. Am Ende einer solchen intensiven geistigen Beschäftigung steht nicht die Ermüdung und Erschöpfung, sondern eine innere Befriedigung, sich ganz einer Tätigkeit hingegeben zu haben.

Sensible Phasen

Die „Sensiblen Phasen“ bezeichnen Zeitspannen in der Entwicklung eines Kindes, in denen die Kinder eine besonders hohe Bereitschaft und Fähigkeit zur Erfassung bestimmter Lerninhalte zeigen. Sie zeigen sich in Form eines lebhaften Bedürfnisses, sich mit bestimmten Situationen oder Dingen zu beschäftigen. Wird eine solche Phase nicht genutzt, so kann diese zwar nachgeholt werden, aber nicht mehr auf „natürliche“ Weise und mit entsprechender Leichtigkeit und Begeisterung.

Die vorbereitete Umgebung

Die Aufgabe des Lehrers ist es, die Umgebung so vorzubereiten, dass die Kinder ihre Arbeit gut machen können. Sie lässt die Kreativität der Kinder nicht nur zu, sondern fördert sie durch vielfältige Angebote. Das Montessorimaterial isoliert einzelne Lerninhalte und ermöglicht dem Kind, durch wiederholtes Tun, Lerninhalte handlungsorientiert und mit allen Sinnen zu begreifen.

Freiarbeit

In der Freiarbeit können die Schüler selbst entscheiden, wann sie mit einer Arbeit beginnen und wann sie damit aufhören wollen. Sie können einen Vorgang so oft wiederholen, wie sie es benötigen. Auch Umwege und verschiedene Lösungswege führen zum Erfolg und sind wertvoll für die Entwicklung der Kinder. Den Schülern steht es frei mit anderen Schülern zusammen zu arbeiten oder sich alleine mit Lerninhalten zu beschäftigen. Die Kinder entwickeln somit Verantwortung für das eigene Lernen, sie werden selbstständig und teamfähig und lernen, wie man lernt. Dabei werden sie von zwei Pädagogen beobachtet, begleitet und individuell gefördert und gefordert, denn man darf diesen Erziehungsstil nicht mit Beliebigkeit und Laisserfaire verwechseln. Die Freiheit der Wahl ist nicht gleichzusetzen mit „macht halt irgendwas“, sondern wird durch den äußeren Organisationsrahmen gelenkt und beeinflusst.

Altersmischung

Ein gutes Lern- und Arbeitsverhalten gelingt nach der Auffassung von Maria Montessori am besten durch die altersgemischten Gruppen. Ältere Kinder können jüngeren Kindern ihr Wissen vermitteln, dabei müssen sie ihr eigenes Wissen erneut analysieren und strukturieren. Jüngeren Kindern wird durch das gemeinsame Arbeiten in einem Klassenraum der eigene Lernweg offen dargelegt. Sie werden neugierig auf die Inhalte der „Größeren“. Alle Schüler haben die Möglichkeit, Lernziele gemeinsam mit jüngeren Schülern zu wiederholen wie auch ihrem Leistungsniveau entsprechend weiterzugehen und sich Inhalte der höheren Jahrgangsstufen zu erarbeiten.

Integration

Die Integration gibt Kindern und Jugendlichen frühzeitig die Möglichkeit, Hilfsbereitschaft einzuüben sowie Verständnis und Respekt für die Andersartigkeit und Besonderheit behinderter Menschen zu entwickeln. Auf Grund der individuellen Unterrichtsgestaltung sowie der abwechslungsreichen Sozialformen können gerade Kinder mit Lern- und Entwicklungsdefiziten gefördert werden. Dies wird unterstützt durch das Montessorimaterial, welches durch die Isolierung von Schwierigkeiten in besonderem Maße dafür geeignet ist.